Vortrag von Dr. Naomi Feuchtwanger-Sarig in Würzburg: Jüdisch - aber wie? Jüdische Identität im Spiegel moderner Kunst
Jüdisch - aber wie? Jüdische Identität im Spiegel moderner Kunst. Vortrag von Dr. Naomi Feuchtwanger-Sarig (Jerusalem)
Jüdische Kunst zählt zu den facettenreichsten Ausdrucksformen jüdischer Identität. Bereits in der Bibel wird Kunst mit Weisheit gleichgesetzt, die aus einer göttlichen Eingebung resultiert. Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass jüdische Kunstwerke über Jahrhunderte immer stark geprägt waren von der nicht-jüdischen Kunst, von zeitgenössischen Trends und Moden sowie von dem jeweiligen lokalen Umfeld, in dem sie entstanden. Eine stetige Interaktion zwischen Juden und der Mehrheitsgesellschaft hinterließ ihre Spuren. Dabei wurden die Vorbilder jedoch nicht einfach übernommen, sondern aller Elemente, die gegen die jüdische Tradition verstießen oder für sie irrelevant waren, entkleidet. Ein neuer, jüdischer Sinn wurde in sie eingeschrieben. Im Großen und Ganzen war jüdische Kunst ein Teil der Kunst insgesamt.
An zahlreichen Beispielen wird Frau Dr. Feuchtwanger-Sarig auf dieser Grundlage die Entstehung moderner jüdischer Kunst entfalten. Denn erst mit der Emanzipation erhielten Juden die Möglichkeit einer professionellen Ausbildung zum Künstler. Für diese Zeit stellt die Referentin Moritz Daniel Oppenheim vor, bevor dann die im Zuge des Zionismus völlig neu und auch säkular definierte jüdische Kunst als Zeichen moderner jüdischer Identität präsentiert wird.
Dr. Naomi Feuchtwanger-Sarig ist Kunsthistorikerin und lebt in Jerusalem. Sie leitet das Projekt "Jüdische Kunst und Visuelle Kultur" am Goldstein-Goren Diaspora-Forschungszentrum in Tel Aviv.
Der Eintritt zu diesem Vortrag ist frei.
Dr. Rotraud Ries
Johanna-Stahl-Zentrum für jüdische Geschichte und Kultur in Unterfranken
Valentin-Becker-Str. 11
97072 Würzburg
Tel. 0931-18275
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